Sasha Berliner – Fantôme

Sasha Berliner – Fantôme

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Outside in Music

Über die Musikerin und das Album lesen wir Nachstehendes: „… Vibraphonist and composer Sasha Berliner, an already acclaimed voice on the contemporary scene, heralded as being‚ in the firmament of the here and now in modern jazz, and appears likely to occupy that upper stratosphere for some time to come‘ (All About Jazz). Und weiter: „The album’s title, Fantôme, is the cipher through which the heart behind the album may be interpreted. Fantôme, which literally translates to “phantom”, is a petition to nullify the warring of genre conventions and the rubric-like approach to jazz and listening. “Fantôme“ is about creating moods, making new interpretations of familiar songs or phrases, and presenting instrumental conígurations that have rarely been done or explored before.”, so Berliner.

Neben der Vibrafonistin sind diese nachstehend genannten Musiker auf dem Album zu hören: Taylor Eigsti (piano), Harish Raghavan (bass), und Jongkuk Kim (drums) als Teil des „Kernensembles“. Als Gäste hören wir  David Adewumi (trumpet), Rico Jones (saxophone) und Lex Korten (piano).

„UMMG“ lautet der Eröffnungstitel, in dem Sasha Berliner durch ein sehr temporeiches Schlägelspiel brilliert. Dabei gehört ihr nicht alleinig die Aufmerksamkeit, ist doch in den Song ein sehr melodisch-perlendes Klaviersolo eingebettet. Dabei hat man das Bild vor Augen, ein Rinnsal würde sich an Felsen im Wasser verwirbeln. Alles ist im Fluss, im rasanten Fluss. Und dann ist es an Berliner, auf die Klaviersequenzen ihre eigene musikalische Antwort zu geben. Da löst eine Klangkaskade die andere ab. Begleitet wird sie dabei von den energischen Akzenten, die der Pianist des Ensembles setzt. Doch wer sitzt von den beiden oben genannten Pianisten am Klavier? Das ist aus den zur Verfügung gestellten Unterlagen nicht zu entnehmen, leider.

Politisches Statement oder nicht – das fragt man sich beim Titel „Khan Younis“, bezieht sich der Titel auf eine Stsdt in Palästina. Zu hören ist eine Komposition, die durchaus an Filmmusik mit aller Dramatik erinnert. Dabei entfaltet sich das Spiel der Vibrafonistin auf einem „weichflorigen Klangteppich“, um bildhaft zu sprechen. Hört man da nicht im Hintergrund Rhodes oder Synth? Derweil agiert die Vibrafonistin in hellen Tönungen und in umtriebiger Art und Weise. Bildhaft gesprochen könnte man an die Umsetzung von chaotischen Bewegungen von Menschen denken. Dazu vernehmen wir außerdem als Begleitung Klavierpassagen. Doch im Verlauf schält sich auch ein Klaviersolo heraus, das paraphrasierend auf die Vibrafonlinien reagiert. Intensiv ist auch das Perkussive in diesem Stück, vor allem das Spiel mit verschiedenen Becken. Derweil bleibt alles im Fluss. Es scheint nur ein Vorwärts zu existieren. Möchte man nicht gerne erfahren, wer für den hintergründigen Klangteppich verantwortlich zeichnete, über den Pianist und Vibrafonistin ihre Phrasierungen legen? Doch dazu erfahren wir nichts. Übrigens, teilweise gibt es in diesem Stück Anmutungen von E-Piano und Hammond-Orgel, oder?

Bei „Zenith“ zählt Berliner ein, ehe dann neben ihr selbst auch der Wohlklang der Bläser zu vernehmen ist. Immer wieder löst sich jedoch Berliner musikalisch aus dem Ensemblekontext und lässt die Schlägel über die Klangplatten huschen. Und ihm Hintergrund erhebt sich das Gebläse der Gastmusiker. Neben Berliner ist es einer der beiden oben genannten Pianisten, der solistisch zu Wort kommt. Beim Zuhören hat man das Bild vor Augen, dass jemand mit flinken Schritten und in Holzschuhen die Stufen einer Steige nimmt. Nachhaltig bleibt auch der Klang des Trompeters im Ohr, der in Intermezzos zu hören ist. Kurz ist das eingestreute Solo des Schlagzeugers, ehe Tutti angesagt ist. Ist da nicht musikalisch auch ein bisschen Latin Fever in das Stück eingewebt worden? In der zweiten Hälfte erheben der Trompeter und der Saxofonist in Wechselgesang ihre Stimmen. Allerdings schweigen die übrigen Bandmitglieder nicht, so dass die Klangfülle der Bläser ein wenig in der Wahrnehmbarkeit gemindert wird. Irgendwie beschlich den Rezensenten beim Fokussieren auf die Stimme des Trompeters der Eindruck, mexikanische Mariachi-Musik sei auch für Momente vorhanden.

Nach all den temporeichen Stücken steht dann “The Worst Person in the World” auf dem Programm. Gemäßigt ist das Tempo. Hier und da ist man geneigt von poetischer Phrasierung zu sprechen. Ein Wohlklang sind die musikalischen Einstreuungen, die dem Trompeter gelingen. Da scheint man wie auf einem „Fliegenden Teppich“ dahinzufliegen. Auch der Bassist ist solistisch zu erleben, derweil sich Berliner aus dem Hintergrund mit sanften Einspielungen zu Wort meldet. Beinahe fragil und wenig nachhaltig klingt das, was uns der Bassist zu Gehör bringt. Vertieft man sich in das Stück, so meint man, man tauche in einen sonnigen Herbsttag ein und genieße die letzten Sonnenstrahlen. Besinnung wird mit der Musik signalisiert, oder? Und was hat Berliner dazu zu sagen? “I’ve always liked movies that resemble real life, which often means they don’t have fairytale endings or amicable resolutions between the characters.”

„Atemlos“ geht es mit „Construction“ weiter. Dynamik entwickelt sich stetig, auch dank der Vibrafonistin. Da ist nichts von der „Langsamkeit des Langstreckenläufers“ zu spüren. Es ist eher ein klanglicher Sprint, auch wenn der Bassist im Solo in die Saiten greift. Klangplatten vibrieren. Das lineare Spiel wird teilweise durch „versprungene Linien“ aufgebrochen. Zum Abschluss des Albums heißt es schliesslich  „Private Investigation“. Fazit: ein Album mit Klanggenuss.

© ferdinand dupuis-panther, 03.2025




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